Historische Einsätze

13.06.1969 Großbrand in Ursensollen bei Land- und Gastwirt Alois Reif

Am 13.06.1968 zog ein schweres Sommergewitter über die Ortschaft Ursensollen. Ein Blitzschlag äscherte die Scheune und Stallung des Gastwirtes Alois Reif komplett ein.

Neben der Ortswehr Ursensollen unter der Leitung von Kommandant Georg Graf bekämpften 12 Feuerwehren aus der Umgebung bis in die späten Nachtstunden das Feuer im Ortskern. Während das Wohnhaus gehalten werden konnte, kam für zahlreiche Schweine und landwirtschaftliche Geräte in der brennenden Stallung / Scheune jede Hilfe zu spät.


1976 Feuer in Ursensollen bei Fahrzeugbau Ehebauer

1976 wurde die FF Ursensollen zu einem Feuer auf dem Betriebsgelände der Fa. Ehebauer Fahrzeugbau / Tankstelle Ursensollen gerufen. Ein Geräteschuppen, in dem auch mehrere Gasflaschen gelagert waren, geriet durch spielende Kinder in Brand. Trotz der gezielten Löscharbeiten durch die Feuerwehren Ursensollen, Kastl und Amberg unter Leitung von Kommandant Georg Graf brennt der Schuppen komplett nieder. Die Gasflaschen werden mehrere Stunden gekühlt.


06.01.1985 Großbrand Ortskern Ursensollen „Gehr – Saal“

Am 06.01.1985 brannte der zum ehemaligen Brauhaus und zur Gaststätte Gehr gehörende „Gehr Saal“ komplett nieder. In der bitterkalten Winternacht sanken die Temperaturen auf bis zu -26 °C. Eine sich im Manöver befindende Bundeswehreinheit nutzte den Saal als Nachtquartier.  Der von den Soldaten betriebener Kanonenofen im Saal wird später als Brandursache ermittelt. Gegen 3 Uhr rief die Sirene die Aktiven der FF Ursensollen mit dem neuen LF 16 zum Einsatz. Gemeinsam mit den Wehren aus Hohenkemnath, Haselmühl, Haag, Kastl und Amberg wurde das Feuer unter  der Leitung von Kommandant Josef Köckert bekämpft. Gefrierende Strahlrohre und überfrierendes Löschwasser erschwerten die Löscharbeiten. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den nächsten Tag.


10.04.1985 Großbrand nach Gewitter in Kotzheim

Am 10.04.1985 zog das erste schwere Gewitter des Jahres über die Gemeinde Ursensollen. Von gleich zwei Blitzen getroffen ging das Anwesen „Schuller“ in Kotzheim in Flammen auf. Die kombinierte Stallung  mit Scheune stand innerhalb von Minuten im Vollbrand. Die herbeieilenden Feuerwehren aus Ursensollen, Hohenkemnath, Ammerthal, Illschwang und Amberg, unter Leitung vom Ursensollener Kommandanten Josef Köckert retten 75 Stück Großvieh und 10 Schweine aus dem Inferno. Durch den massiven Löscheinsatz konnte das Wohnhaus gehalten werden. Die Nachlöscharbeiten zogen sich bis in den nächsten Morgen.


1979 bis 1991 Todesserie auf einspurigem Teilstück A6 (Kraftfahrtstraße)

Im November 1979 wurde das einspurige Teilstück der A6 „Ursensollen Richtung Theuern“ (als Kraftfahrtstraße ausgewiesen) eröffnet. Der Anfang einer grausamen Unfallserie lies dieses Teilstück bis 1991 als „Todesstrecke“ bekannt werden. Bereits am 10.11.1980 kam es zum ersten schweren Verkehrsunfall kurz nach Ursensollen. Jener brachte die FF Ursensollen unter Kommandant Georg Graf mit ihrem damals 16 Jahre alten TSF an die Grenzen. Ein folgenschwerer Irrtum führte bei dichtem Nebel (Der Verursacher dachte vermutlich es handele sich um eine normale Autobahn ohne Gegenverkehr) zu einem Frontalzusammenstoß zwischen einem PKW und einem VW-Bus. Drei Tote und zwei schwerverletzte galt es zu beklagen. Alle waren in ihren Fahrzeugen eingeklemmt.

Mit Brecheisen versuchten die Ursensollener Wehrmänner sich an die Verletzten heranzuarbeiten, jedoch vergebens. Erst durch die neuen hydraulischen Rettungsgeräte (Spreizer, Schere) der FF Amberg gelingt dies. Erste Forderungen der FF Ursensollen auf Beschaffung entsprechender Ausrüstung werden laut. Bis zum Ausbau zur baulich getrennten Autobahn 1991, ereigneten sich immer wieder schwerste Unfälle. Rund 20 Personen ließen ihr Leben. Oft durch zu hohe Geschwindigkeiten und dem fatalen Irrtum des ersten schweren Unfalles von 1980.

Die steigenden Eisatzzahlen mit Schwerpunkt „Befreiung eingeklemmter nach Verkehrsunfall“ führten nach langen zähen Verhandlungen mit der Gemeinde Ursensollen schließlich 1984 zu der Indienststellung eines Löschgruppenfahrzeuges LF 16 Mercedes Benz 1222 / Fa. Ziegler. Leider verzichtete die Gemeinde unter Bürgermeister Anton Lindner aus Kostengründen auf die Anschaffung des dringend erwarteten Hydraulischen Rettungsspreizers. Lediglich eine Rettungsschere mit Handpumpe wurde zum Unverständnis der FF Ursensollen beschafft.

Erst 1985, ein Jahr später, nach einem schweren Verkehrsunfall in Ursensollen (siehe Folgebericht) wurde auf Druck von Kommandant Gottlieb Mörtl, KBR Karl Raab und KBI Otto Liebler der Rettungsspreizer mit Hydraulikpumpe für die FF Ursensollen beschafft. Von da an gehörte der hydraulische Rettungssatz zum Herzstück der Ursensollener Wehr und kommt auf der „Todesstrecke“ und der Bundesstraße B 299 unzählige Male zum Einsatz.


16.06.1985 Schwerer Verkehrsunfall in Ursensollen „Ehebauer Kurve“

Am 16.06.1985 ereignete sich um 03:55 in Ursensollen auf der B299, der sogenannten „Ehebauer Kurve“ ein schweren Unfall. Ein 21-jähriger kam, unter starkem Alkoholeinfluss, auf die Gegenfahrbahn und prallt dort frontal in einen anderen PKW. Während der Unfallverursacher mit relativ leichten Verletzungen davon kam, wurden im entgegenkommenden PKW drei junge Männer schwer verletzt und im PKW eingeklemmt.

Die zur Hilfe gerufene Ortsfeuerwehr Ursensollen unter der Leitung von Kommandant Josef Köckert sah sich erneut, trotz des neuen Löschfahrzeugs, vor das Problem gestellt, den eingeklemmten Personen mit ihren Mitteln (nur Rettungsschere mit Handpumpe, kein Rettungsspreizer) nicht helfen zu können.

Nur mit Hilfe der hydraulischen Rettungsgeräte der mit alarmierten Wehren Kastl und Amberg gelang es die Eingeklemmten zu befreien. Für den Fahrer kam jede Hilfe zu spät, der Beifahrer verstarb später im Krankenhaus. Der dritte Insasse überlebte schwer verletzt. Die FF Ursensollen reinigte die Unfallstelle und half bei der Bergung der Unfallfahrzeuge.


1977 bis 1985 Mysteriöse Brandserie hält Feuerwehr und Bürger in Atem

Am 03.11.1977 begann in der Gemeinde Ursensollen im Bereich der Ortschaften Ober- und Unterleinsiedl, Oberhof, Rückertshof und Hohenkemnath eine mysteriöse Brandserie, die den Feuerwehren der Gemeinde und darüber hinaus bis Mitte der 80er Jahre viele schlaflose Nächte und der Bevölkerung Angst und Unsicherheit brachte.

Um 02:15 Uhr besagten Datums, bemerkt Landwirt Fruth in Oberleinsiedel Feuer in seiner Scheune/Stallung. Die Feuerwehren aus Haag, Köfering, Hohenkemnath, Ursensollen, Zant, Garsdorf und Amberg unter Leitung von Kommandant Otto Liebler (FF Hohenkemnath) konnten das Feuer erfolgreich löschen und das Wohnhaus retten. In den folgenden Jahren folgten immer wieder Brände, die überwiegend Landwirtschaftliche Anwesen darunter, die Gastwirtsfamilien Eichermüller in Oberhof und Niebler in Hohenkemnath, in Schutt und Asche legten.

Ab 1984 leistete das neue LF 16 der Ursensollener Wehr enorme Hilfe, war man doch jetzt mit Löschwasser und schwerem Atemschutz ausgestattet. Die steigende Vermutung, man hätte es mit einem „Feuerteufel“ zu tun, bestätigte sich als ein schon länger Verdächtiger aus einem der Orte von der Kripo nach einem weiteren Großbrand überführt werden konnte. Er hinterließ einen Fußabdruck in einem frisch betonierten Bereich des letzten Brandleiders.

Sieben Feuer gestand der Brandstifter, Motiv Unbekannt, weitere zum Teil kleinere Feuer konnten nie nachgewiesen bzw. aufgeklärt werden. Die Bevölkerung konnte wieder beruhigt schlafen.


21.09.1988 Wieder Großbrand in Oberhof

Erneut traf es am 21.09.1988 die Gast- und Landwirtsfamilie Eichermüller in Oberhof. Während das Großfeuer in den 70er Jahren auf einen Brandstifter zurückgeht (siehe Bericht oben), war es dieses Mal nachweislich ein technischer Defekt, der die Stallung/Scheune in Schutt und Asche legte.

Ein Teil der Ursensollener Aktiven befand sich im Herbst /Winter Halbjahr 1988-89 in der Feuerwehrgrundausbildung, der Truppmann – Truppführer Prüfung. Am Abend des 21. September, die Ausbildung war beendet und die letzten Feuerwehrangehörigen haben eben das Gerätehaus verlassen, riefen die neuen Funkmeldeempfänger und die örtliche Sirene die FF Ursensollen zum Einsatz. „Großbrand Landwirtschaft in Oberhof“ lautete die Meldung der FEZ Amberg.

Unter Leitung von Kommandant Dietmar Michel, KBI Otto Liebler und KBR Karl Raab rückten neben der FF Ursensollen die Wehren aus Haag, Hohenkemnath, Ammerthal, Kastl und Amberg an. Gemeinsam gelang es das Feuer unter Kontrolle zu bringen, die Tiere zu retten und das Wohnhaus zu schützen.


 01.07.1987 Katastropheneinsatz in Ensdorf/Thanheim/Ransbach Hochwasser

Tagelange heftige, andauernde Regenfälle ließen die Flüsse und Bäche des Landkreises über die Ufer treten, kleine Bäche wurden zu reißenden Fluten. In der Nacht zum 01.07.1987 wurde die FF Ursensollen aufgrund der Starkregenlage zu mehreren vollgelaufenen Kellern im Ortsbereich gerufen. Gegen Morgen entspannte sich die Lage für die FF Ursensollen. Im übrigen Landkreis kämpften die Kameraden jedoch weiter gegen die Fluten.

Als am Morgen erneut enormer Starkregen einsetzt, rief Landrat Dr. Hans Wagner den Katastrophenfall aus. Am Abend traf sich die FF Ursensollen zur üblichen Monatsübung. Schnell wurde klar, das nicht üben, sondern das Unterstützen der benachbarten Feuerwehren das Motto des Abends sein muss. Über die FEZ Amberg meldete sich „Florian Ursensollen 40/1“ Einsatzbereit und bot Hilfe an. Durch den Disponenten wurde die FF Ursensollen unter der Leitung von stellvertretenden. Kommandant Horst Kaufmann nach Ransbach geschickt. Die Lauterach war über 5m angestiegen, geparkte Autos schwammen in Richtung Hohenburg, Bäume des örtlichen Sägewerkes wurden zu gefährlichem Treibholz. Gemeinsam mit der FF Ransbach retten die Helfer was zu retten ist.

In Folge wurde die FF Ursensollen dann noch in der Nacht nach Ensdorf und Thanheim beordert, um dort bis zur Erschöpfung in die Morgenstunden zu helfen. In den nächsten Tagen entspannte sich das Wetter und der Katastrophenfall wurde aufgehoben.


 23.05.1992 Nach Blitzschlag in Weiherzant Großbrand

Nur ein Blitz- und ein Donnerschlag genügte, um am Samstag, den 23.05.1992 um 16:43 Uhr die Stallung und Scheune der Landwirtsfamilie Ehbauer in Weiherzant ein Raub der Flammen werden zu lassen. Das Gebäude stand nur Minuten nach dem Einschlag im Vollbrand, berichtete Landwirt Ehbauer. „Ich hatte Mühe das Gebäude zu verlassen, so enorm war der Luftzug, den das Feuer verursachte“.

Nur wenige Minuten nach dem Blitzschlag riefen in Ursensollen die Funkmelder und die örtliche Sirene die Aktiven der FF Ursensollen ins Gerätehaus. Mit dem LF 16 machten sich die Wehrmänner unter Leitung von Kommandant Rudi Nitzbon auf den Weg nach Weiherzant. Eine enorme Rauchsäule wies den Weg. Der Rauch war derart dicht und bodengebunden, dass zunächst nicht zu erkennen war, welcher der drei Höfe betroffen sei. Hauptaugenmerk galt zunächst dem Schutz des Wohnhauses sowie der Rettung der 80 Rinder mit Kälbern. Unterstützt wurden die Ursensollener Aktiven von den zusätzlich herbeieilenden Feuerwehren aus Hohenkemnath, Ammerthal, Kastl und Amberg. Das Löschwasser musste zum Teil von den TLF der FF Kastl und Amberg im Pendelverkehr angefahren werden.

Eine Kuh stürzte auf der Flucht in die Güllegrube und musste zusätzlich mittels Tierbergegerät und eines Baggers gerettet werden. Die Löscharbeiten und Brandwache dauerten bis in den Morgen. Die Brandstelle wurde in den kommenden Tagen immer wieder kontrolliert.


 August 2002 Hochwassereinsatz in Dessau

Bericht folgt.


Februar 2006 Schneekatastrophe in Deggendorf

Langanhaltende Schneefälle über einen längeren Zeitraum hielten im Januar 2006 Einzug in ganz Bayern. In Bad Reichenhall stürzte eine Eissporthalle ein, es gab viele Opfer. Die Situation verschärfte sich von Tag zu Tag. Zahlreiche Gebäude stürzten unter der Schneelast ein. Noch viel mehr Gebäude waren vom Einsturz bedroht. Viele Landkreise und Gemeinden im Bayerischen Wald und im Umland riefen den Katastrophenfall aus. So auch der Landkreis Deggendorf.

Dies war der Anlass, dass der Landkreis Amberg –Sulzbach ein Hilfeleistungs- Kontingent aufstellte, um der betroffenen Region zu helfen. Kurzfristig meldeten sich über 100 Kräfte die Aktion zu unterstützen. Früh morgens war Schafhof der Treffpunkt aller Einsatzkräfte aus dem Landkreis. Nach kurzer Einweisung durch die Landkreis-Führung ging es im Konvoi nach Deggendorf. Mit dabei war das MZF der Feuerwehr Ursensollen mit 6 Mann sowie weitere Kräfte von anderen Gemeindefeuerwehren.

In Deggendorf angekommen zeigte sich das wahre Ausmaß der Situation. Im Stadtbereich Schneehöhen von 60 -80 cm. Im Umland von Deggendorf und den Ausläufern der Bayerischen Waldes Schneehöhen weit über einen Meter. Der Führungskopf des Hilfeleistungskontingentes erhielt vor Ort die einzelnen Aufträge vom Führungsstab. Diese wurden je nach Größe und Umfang aufgeteilt und Einsatzkräfte zugewiesen.

So befreiten die Kameraden der FF Ursensollen mit weiteren Kräften die Dächer von zahlreichen Häusern, Schulen und anderen Gebäuden. Dabei war immer höchste Vorsicht geboten, um Abstürzte zu vermeiden. Großteils konnte nur gesichert oder angeseilt gearbeitet werden. Die enormen Schneemaßen waren teilweise nur sehr aufwändig zu entfernen. Nach ca. 10 Stunden Einsatz trat das  Hilfeleistungskontingent wieder die Heimreise an.

Eine Woche später folgte ein weiterer Einsatz eines Kontingentes aus dem Landkreis Amberg- Sulzbach. Wieder mit dabei waren Kameraden der Feuerwehr Ursensollen. Einsatzort war diesmal Zwiesel. Auch dort mussten zahlreiche Gebäude von Schneemaßen befreit werden. Die Schneehöhen um Zwiesel betrugen unvorstellbare 1,5 m bist teilweise 2 m.


05.03.2012 Großbrand Zimmerei im Gewerbegebiet Ursensollen

Am Morgen des 05.03.2012 wurde Kommandant Thorsten Michel durch lautes Knallen geweckt. Beim Blick aus dem Schlafzimmerfenster konnte der Kommandant hellen Feuerschein über dem nahen Gewerbegebiet erkennen. Noch während Michel den Notruf bei der FEZ Amberg absetzen wollte, wurde um 05:25 vom Disponenten der FF Amberg bereits Großalarm für die Feuerwehren Ursensollen, Hohenkemnath, Hausen, Kastl und Amberg ausgelöst. Beim Eintreffen der  FF Ursensollen mit LF 16 und MLF stand die 30×60 Meter Große Fertigungshalle der Zimmerei Kuhn bereits im Vollbrand. Unter Leitung von Kommandant Thorsten Michel wurden zwei Abschnitte gebildet.

Dem koordinierten Vorgehen und der schnellen Sicherstellung der Löschwasserversorgung aus dem öffentlichen Leitungsnetz und eines nahen Regenrückhaltebecken war es zu verdanken, dass zwei dicht angrenzende Betriebe (eine Schreinerei, eine Stahlbaufirma) gehalten werden konnten. Die Halle der Zimmerei jedoch brannte bis auf die Grundmauern nieder. Zur Unterstützung mit Löschwasser wurden noch die Feuerwehren Hohenburg und Rosenberg mit ihren wasserführenden Fahrzeugen nachalarmiert. Die Löscharbeiten zogen sich bis in die späten Nachtstunden. In den folgenden Tagen wurde die FF Ursensollen noch mehrmals zu Nachlöscharbeiten alarmiert.

Texte: Alexander Graf